Bananistan-News

Bananistan-Stadt. Oktober 2006.

Der Verkehrsminister von Bananistan könnte bald im Guinessbuch der Rekorde erscheinen. Und zwar mit dem höchsten je gemessenen Gier Unverfrorenheitswert auf der nach oben offenen Privilegienskala.

Bevor er sich in die Privatwirtschaft zurückzieht, verkauft er dem Unternehmen, das er zukünftig mit seiner Mitarbeit veredeln will, noch in seiner Funktion als Verkehrsminister ein privatisiertes Unternehmen, das perfekt ins Portfolio des zukünftigen Arbeitgebers passt. Ãœbrigens wird er in Zukunft in einem Prachtgebäude der Bananistan-Post (Jugendstilambiente, exklusive Seelage) arbeiten. Die Post ist dem Infrastrukturministerium zugeordnet, das ebenfalls vom Bananenminister Verkehrsminister geleitet wird. Details über den Mietvertrag sind nicht bekannt.

Der Minister fährt gerne schnell Auto. Und so

  • schafft er eine sogenannte “Tempo 160”-Teststrecke auf einer Autobahn, und will es bei nur einer “Teststrecke” nicht bewenden lassen,
  • führt er Licht-bei-Tag für Autos ein, damit Rasern, die sich rasch von hinten nähern, schnellstens Platz gemacht wird,
  • ist er strikt gegen die gesundheitsfreundliche Maßnahme Tempo-100 auf Autobahnen, wobei er glasklare und fundierte wissenschaftliche Argumente wie “pure Schikane für Autofahrer”, “umweltpolitische Nullmaßnahme” oder “untergrabe das Bedürfnis nach Rasen Mobilitätsbedürfnis der Menschen” einbringt,
  • hat er vom Innenministerium von Bananistan Blaulicht für sein Dienstfahrzeug angefordert, was ihm prompt verweigert wurde.

Bei einem der größten Verkehrsunternehmen von Bananistan arbeitet ein Consulting-Guru im Aufsichtsrat des Unternehmens. Gleichzeitig bezieht dessen Consulting-Firma Aufträge aus diesem Verkehrsunternehmen.

Eine Werbeagentur, die im Besitz der Partei ist, der auch der Verkehrsminister angehört, erhält einen Auftrag in der Höhe von 240.000 Euro. Für diese Summe wurde ein PR-Konzept für eine Baugesellschaft entwickelt. Laut der Tageszeitung Österreich habe die beauftragte PR-Betreuung drei Monate gedauert, am Ende habe man ein schriftliches Konzept erhalten. Die auftraggebende Baugesellschaft hatte sich einige Monate danach auch um den Bau einer Autobahnstrecke im Nordosten von Bananistan beworben. Die Vergabe von Autobahnbauten passiert im – erraten – Verkehrsministerium.


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Kommentare

Eine Antwort zu „Bananistan-News“

  1. mp3ixx

    Na also,DAS ist doch keine Satire!
    Das gibt es zB. in der sogenannten BRD-Republik in echt!

    kaotixx
    Professor Abraham Laibl

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