Über den Tango Argentino

In meinem Freundeskreis wissen es viele: ich gehe seit einiger Zeit wieder gerne Tango Tanzen. Nach einem Start im Jahr 2000, einem Zweitstart im Jahr 2011, und dem Drittstart im Vorjahr 2012 habe ich diesmal vor dranzubleiben.

Faszinierend an dem Tanz sind mehrere Eigenschaften:

  • es wird durchgehend improvisiert
  • der Mann führt (im traditionellen Tango), und die Frau lässt sich führen
  • am Beginn steht die (liebevolle) Umarmung (El Abrazo)

Und der Tango Argentino hat enorme Herausforderungen an die Anfänger/-innen. Zuerst einmal muss das Prinzip des Führens verstanden werden. Der Job des Mannes (Leaders) ist es, einen Raum zu finden, der gerade frei ist (wo also keine anderen Pärchen ihre Figuren machen), Figuren vorzugeben, die der Musik und dem Können der Frau angepasst sind, und schließlich die Frau beim Tanzen gut aussehen zu lassen. Ja, die Frau gut aussehen zu lassen, nicht sich selbst.

Der Job der Frau ist es, nach Möglichkeit immer vor dem Mann zu sein, als ob eine unsichtbare, ziemlich starre Verbindung zwischen den beiden Brustkörpern wäre. Und sich führen zu lassen, also zu erkennen, was gerade gewünscht wird.

Viele Frauen haben genau damit am Beginn ihrer Tango-Laufbahn Probleme. „Daheim bestimme ich, und hier soll ich mich dem Mann ausliefern?“ Und das zweite Problem ist die Umarmung eines völlig fremden Menschen. In der Umarmung zu verharren, und auf die Dauer einer Tanda (4, 5 Tangos hintereinander) ein Paar zu bilden. Und dabei vielleicht zu entdecken, wie angenehm das sein kann, und wie sperrig sich dagegen die Umarmung des eigenen Lebenspartners anfühlt.

In Wien lässt sich schon seit Jahren absolut jeder Abend auf einer Milonga verbringen, oder an einem Kurs teilnehmen. Der Tangokalender http://www.tango-vienna.com/ listet penibel alle Tangoveranstaltungen auf. Ich selbst gehe gerne zu Nicolas Bertucci in die Bäckerstraße (an Samstagen) oder ins Studio TSK Modena (an Montagen), in die Tangobar (an Donnerstagen), zu Satho (an Sonntagen) oder Alejandra (auch an Sonntagen) und in die schicke Galeria (an Freitagen).

Die Tangoszene in Wien ist enorm groß und sie wächst weiterhin an. Ich habe mir vorgenommen, immer wieder aus der Szene zu berichten. Gleich vorab der Hinweis auf eine Benefizmilonga am Di, 5.3. in der Bäckerstraße. Eine der ersten Tangoveranstalterinnen in Wien, Beate Wist, hat bei einem Brand all ihr Hab und Gut verloren. Im Rahmen der Milonga Solidaria und einer Tombola, die an diesem Abend durchgeführt wird, soll Beate ein wenig geholfen werden.

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