Die Buchhaltung und ich

Gestern abend war ich eingeladen zur Präsentation einer neuen Online-Variante von Buchhaltung und Fakturierung für Selbständige und Kleinstunternehmen. Und nehme als Beta-Tester teil an dieser Cloud Computing Sache namens prosaldo.net. Und merke, das ich von Buchhaltung bzw. der Buchhaltungssprache immer noch nichts verstehe, obwohl ich mir die Buchhaltung seit Jahren selbst mache. Aber eben mit Excel und meinen eigenen Formeln und Sheets, statt mit einer Profi-Software. Mir fehlt daher momentan der Plan, wie ich vorgehen soll.

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Gendern und die Schriftsprache

Gerade wieder läuft unter Bloggern eine Diskussion über das Gendern in der Sprache, also die Nutzung von Binnen-I, “mensch” statt “man”, und mehr. Siehe BäckBlog und zurPolitik, sowie franz joseph. Gemeint ist offensichtlich in erster Linie das Schriftbild.

Ich gebe es gleich zu Beginn zu: ich bin furchtbar sprachkonservativ. Ich mag die Sprache weiter so verwenden, wie ich sie jahrzehntelang gelernt und eingesetzt habe. Und wie es mir meine eigene Sprachästhetik vorgibt.

Aber ich bin kein Idiot. Wenn ich in einem Text ausschließlich nur von “Benutzern” und “Lesern” und “Radfahrern” schreibe, und vielleicht sogar explizit anführe “… ein Benutzer, der …”, dann ist mir klar, dass sich Frauen langsam vom Text verabschieden können.

Trotzdem finde ich etwa das Binnen-I, wie Helge, einfach zum Speiben. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass es gesprochen schon wieder verschwindet. Gesprochen ist zwischen “FahrerIn” und “Fahrerin” kein Unterschied.

Noch seltsamer wirkt “mensch” statt “man”. “Man” ist ein Indefinitpronomen, leitet sich weder vom “Mann” ab, noch ist es ein Substantiv, und kann daher auch gegen kein anderes Substantiv ersetzt werden.

Die Grenze des Erträglichen wird aber durch gnadenloses Durchgendern um jeden Preis überschritten.

Meist so, dass einE BeitragendeR nicht gendert, eineE andereR dieseN darauf aufmerksam macht und schon geht’s los.
franz joseph

Sorry, aber das ist weder lesbar noch sprechbar. Und führt zu wilden Kombinationen wie “ein Beitragende” oder “eine Beitragender”. Über Worte wie “GrünIn” oder “MenschIn” will ich gar nicht reden, dass kann ich nur als Satire auffassen. Und zwar als Satire von rechts.

Ja, ich bin der Meinung, dass Gendern eine Sprachverhunzung ist. Nein, ich bin nicht der Meinung, dass ich sonst eh super bin und dass es viel wichtigere Dinge gäbe, als sich damit auseinanderzusetzen. Aber ich glaube auch, dass es möglich ist, die (geschriebene) Sprache zu gendern und gleichzeitig im alltäglichen Leben Frauen unverändert negativ zu diskriminieren. Jedenfalls nicht mehr oder weniger, als durch Personen, die eine nicht-genderte Schriftsprache einsetzen.

Warum aber stören mich die neuen, oft durch das Internet hervorgerufene Ausdrücke nicht? Weil die @-, #- und sonstigen Sprachspiel-Firlefanzen als Dialekt aufgefasst werden können, diesmal sogar geschrieben. Aber in einem literarischen Text haben sie (derzeit) nichts zu suchen. Wenn sich das einmal ändert, dann über Generationen.

Ich will das Glasperlenspiel oder Masse & Macht nicht “gegendert” lesen, ich würde die Bücher nach drei Seiten ungelesen zur Seite legen. Aber ich halte viel davon, geschlechtsneutral zu schreiben, ohne unsprechbare Neukonstruktionen einzubauen. Etwa durch getrenntes Anführen beider Geschlechter, oder durch Nutzung anderer Substantive. Warum setze ich “gegendert” unter Anführungszeichen? Weil es genauso ein katastrophales Wort ist, wie “downgeloadet” oder “ge-emailt”. Aber das hat jetzt nichts mit Geschlechtsneutralität zu tun.

Sprache ist etwas enorm persönliches. Wenn sich Binnen-Is einmal durchsetzen, dann weil eine neue Generation das schon gewohnt ist. Aber auf Druck meine eigene Schriftsprache zu ändern, das will ich nicht. Änderungen kommen auch so, gerade die Sprache ist sehr flexibel. Ich werde da aber nichts dazu beitragen, was das Sprachbild meiner Meinung nach verhunzt. Punkt.

WordPress-Hosting bei inode/UPC

Bin eben mit dem Blog zu inode umgesiedelt, Produkt xHost Linux medium. Da sollte ja alles flutschen, sollte man meinen.

Sollte man meinen. Aber es flutscht nicht alles.

Die automatischen Aktualisierungen von WordPress-Plugins kann man sich als Kunde in die Haare schmieren, denn wie sagt der inode-Support zu meiner entsprechenden Anfrage:

“Bitte haben Sie Verständnis, dass es leider aus Sicherheitsgründen auf einem Shared Webhost nicht möglich ist Php Safemode zu deaktivieren. Da dies eine Einstellung ist, die alle Kunden betreffen würde, und die Sicherheit des Webhosts drastisch senken würde.”

Und das im Jahr 2009. So ziemlich alle anderen Provider haben bei Shared Webhost-Produkten die Sicherheit im Griff, ohne dass sich die Kunden so stark einschränken müssen. Oder sie informieren über ein funktionierendes Workaround (diese ist leider bei inode nicht möglich), wie HostEurope.  Zu denen ich wohl in einem Jahr umsiedeln werde, wenn inode nicht mit der Zeit mitgehen will.

Update

Es gibt beim inode-Shared Hosting Produkt einen tmp-Ordner, der unter /home/xxxxxxx/tmp erreichbar ist (ersetzen Sie das xxxxxxxx durch Ihren FTP-Benutzernamen). Aber trotz Angabe mit

define('WP_TEMP_DIR', '/home/xxxxxxxx/tmp');

kann/will WordPress den etwa bei der Neuinstallation von Plugins nicht nutzen. *seufz*

Und die Varianten

putenv('TMPDIR=' . ini_get('upload_tmp_dir') );

oder

putenv('TMPDIR=' . '/home/xxxxxxxx/tmp' );

sind ebenfalls nicht möglich, da das Statement “putenv” nicht erlaubt ist.

*doppelseufz*

Update Mai 2010

Siehe da, plötzlich läßt sich WordPress nun auch bei inode automatisch aktualisieren, und das gilt natürlich auch für Plugins. Womit meiner Ansicht nach dem Sicherheitsgefühl der sensiblen inode-Techniker wesentlich mehr Rechnung getragen wird, denn wenn das Aktualisieren leicht von der Hand geht, dann macht man es auch und lebt nicht ewig lang mit einer veralteten, unsicheren Version.

Schön, dass  inode Techniker das endlich überrissen haben, und sie die Webserver so wie viele andere Provider nun auch im Griff haben. Ohne dabei die Kunden wesentlich beschränken zu müssen. Danke an dieser Stelle.

Falls Sie auch lange leiden mussten, und es Ihnen als inode-Kunde noch immer nicht gelingt, mein Rezept: die folgende Zeile befindet sich in meiner wp-config.php Datei:

define('WP_TEMP_DIR', '/home/xxxxxxxx/tmp');

Ersetzten Sie den /home/xxxxxxxx/tmp-Teil durch den korrekten Pfad zu Ihrem tmp-Verzeichnis. Ob’s auch ohne geht, habe ich noch nicht probiert.

Update Mai 2011

Es reicht, Umsiedelung zu World4You.

Raucherschutz

Die österreichische Tabak- und Gastronomieministerin konnte wieder einen vollen Erfolg verbuchen. Die Regierung hat sich darauf geeinigt, dass in Lokalen und Restaurants Rauchverbot herrscht, ausgenommen:

  • das Lokal ist kleiner als 50 Quadratmeter und will Nichtraucherlokal sein,
  • das Lokal ist zwischen 50 und 80 Quadratmeter groß, und eine räumliche Trennung von Racher- und Nichtraucherzone ist darin möglich,
  • das Lokal ist größer als 80 Quadratmeter, es muss daher eine räumliche Trennung haben,
  • an Werk-, Sonn- und Feiertagen (stimmt nicht, aber man sucht sowas schon im Gesetzestext).

Kurz gesagt, es wird sich nichts ändern, die Regierung spricht daher auch stolz von einer “österreichischen Lösung”. Übersetzung: Kniefall vor starken Lobbies, schlechte Nachrichten für Raucher soll später einmal die EU überbringen.

Wenn eine Gruppe von Personen weggeht und darunter befinden sich Raucher, werden die Nichtraucher wohl oder übel auch im Raucherbereich sitzen. Kellner werden weiterhin auch in den Raucherzonen servieren, ob sie nun selbst Raucher sind oder nicht.

Unlängst bin ich mit heftigen Nierenschmerzen mit dem Taxi ins Spital gefahren. Es ging mir schon schlecht genug, der kalte Zigarettengestank im Auto hat mir den Rest gegeben. Käsebleich bin ich in die Ambulanz gewankt, auch mein Kreislauf war am Boden. Wieso gibt es immer noch die gesetzliche Möglichkeit, in Taxis zu rauchen?

Uund vor kurzem habe ich in einer Trafik eine Zeitung gekauft. Die Trafik war etwa 16 Quadratmeter groß, darin standen zwei Kunden, die etwa alle zwei Sekunden an der Zigarette gesaugt haben. Wieso ist in Geschäften das Rauchen immer noch erlaubt? Weil dort die Drogen ja auch verkauft werden? In Trafiken gibt es aber auch andere Dinge, die Nichtraucher kaufen wollen, warum muß man sich da durch eine Rauch- und Gestankwolke durchkämpfen?

Es wäre schön, würde es in Österreich wieder einmal ein Gesundheitsministerium geben.

Man darf ja noch träumen…

Das steht für Österreich

Gibt’s nicht wo ein Forum, in dem man sagen soll, was man unter österreichischer Identität versteht? Ich denke, ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte:

So mag’s der Österreicher: Wir dürfen schnell fahren, weil wir wohnen hier/sind hier geboren/sind Österreicher.

Wer das Pech hat, kein Österreicher zu sein/nicht hier zu wohnen, der soll Ruhe geben, nicht aufmucken, keine Rechte einfordern.

Nebenbei gefragt: Fahren Anrainer-Autos unhörbar leise, haben bei Tempo 50 einen gleich kurzen Bremsweg wie Nicht-Anrainer-Autos bei Tempo 30, verursachen keine Staubentwicklung und sind nicht umweltschädlich?

(Gesehen am Schafberg in Wien)

Alle Jahre wieder: die River-Dance Show

“Allerletzter Teppichschlußverkauf”. “Alles muß raus”.

Irgendwie habe ich alle Jahre ein Deja-Vu Erlebnis. Glaubte ich noch vor etwa einem Jahr frohgemut der Versprechung des Plakats, die aktuelle Riverdance-Show sei nun endgültig die allerletzte, hängen jetzt in Wien schon wieder Riverdance-Plakate herum, mit seit Jahren unverändertem Sujet.

“Noch schneller, noch heißer, noch näher dran”. So steht’s als Slogan auf den Plakaten. Dabei gibt es nichts langweiligeres, als stundenlang Menschen zuzusehen, die mit auf dem Rücken gefesselten Armen herumtanzen. Einmal ist es einer, dann zehn, dann zwei, dann alle, dann drei, dann sieben, dann wieder nur einer, …., und alle machen immer dasselbe.

*Schnarch*

Einen Ausschnitt aus der Riverdance-Show, damals noch mit dem Erfinder Michael Flatley, habe ich vor Jahren im TV in “Wetten dass” gesehen, und mir war schon nach spätestens einer Minute fad. Ein guter Freund, der die Show live gesehen hat, war nach dem Abend ebenfalls frustriert.

Aber solange es Leute gibt, die auch gerne mal woanders einschlafen wollen, als immer nur vor dem Fernseher, und dafür auch noch viel Geld hinlegen wollen, wird’s weiterhin heissen: “Und täglich grüßt die Riverdance-Show.”

Fehlt nur noch die zweite Gruppen-Schlaftherapie: “Lord of the Dance”. Aber die wird sicher auch wieder kommen. Bin schon gespannt auf das Plakat-Sujet.