Aug 22 2009

Die österreichische Justiz und das Majestätenspiel

Tag: KommentarHeinz Duschanek @ 13:21

Von Friedrich Torberg überliefert ist das Majestätenspiel, das angeblich von Kaffeehausliteraten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gespielt wurde. Ein Spieler stellt den Prüfer dar, der eine leicht zu beantwortende Frage stellt. Der andere Spieler stellt die Majestät dar, die diese Frage trotzdem falsch beantwortet. Kann der Prüfer nun argumentieren, warum die Antwort stimmt, dann hat er gewonnen, ansonsten geht die Runde an die Majestät. Dazu ein Beispiel.

Prüfer: “Wie lange hat der 30jährige Krieg gedauert?”

Majestät: “7 Jahre.”

Prüfer: “Das ist richtig. Denn rechnet man die Schlafenszeiten, Kampfpausen, Urlaubszeiten und Ähnliches ab, dann kommt man auf eine reine Kriegsdauer von nur mehr 7 Jahren.”

Die Runde geht an den Prüfer.

Die Staatsanwaltschaften in Österreich versuchen sich am gleichen Spiel. Ein Landeshauptmann verhindert aktiv gesetzliche Zustände herzustellen, und wird deswegen angezeigt. Nun hat der Prüfer der Staatsanwalt die Aufgabe zu erklären, warum das aber trotzdem okay ist. Leichte Sache im Fall LH Dörfler und der Ortstafelverrückung im Jahr 2006. Denn Dörfler verfüge “über keine juristische Ausbildung” . Der arme Mann, ein ehemaliger Bankbeamter, konnte in seiner diesbezüglichen Beschränkung ja gar nicht wissen, dass seine Handlungen strafrechtliche Tragweite aufweisen. Er sei nur seinem Mentor Jörg Haider blind und bedingungslos gefolgt.

Wie man sich erinnert, hat auch das Finanzministerium seinem damaligen Chef, KHG, in der “Homepage”-Affäre mit schönen Argumenten bescheinigt, dass die Versteuerung von 283.000,- € an Spendengeldern der österreichischen Industriellenvereinigung zwecks Erstellung seiner eigenen Website in seinem Fall nicht notwendig sei. Auch hier ging der Punkt an den Prüfer.

Weitere Spielvorschläge:

“Wenn wir Dritte werden, gehen wir in Opposition.” Danach wurde Wolfgang Schüssel aber Bundeskanzler. Warum hat er das Versprechen trotzdem gehalten?

“Wenn die Mehrheit der Kärntner Parteien zu einer gemeinsamen Vorgehensweise findet, wird die Bundesregierung in Wien die weiteren Schritte setzen.” Ansonsten aber nicht, meint damit Bundeskanzler Faymann. Warum wird dadurch das Ortstafelproblem schnell und entsprechend den Staatsvertragvorgaben, die schon seit 1955 existieren, gelöst?

Andere Vorschläge?


Aug 07 2009

Content Award Vienna – wer will ihn?

Tag: AllgemeinesHeinz Duschanek @ 20:58

Der sollte in die Hände spucken und loslegen. Games, Kuryfilme (Produktionsjahr 2008, 2009), oder sonst etwas, bei dem eine gute Idee dahinter steckt, und die Umsetzung auch nicht ganz übel ist, das sollte eingereicht werden. Und zwar beim Content Award Vienna 2009. Ab September kann das Publikum unter www.contentaward.at abstimmen um den Publikumspreis.

ContentAward Vienna 2009 – Trailer from Content Award Vienna 2009 on Vimeo.

Das Preisgeld kann sich sehen lassen, immerhin € 5.000,- kann der Sieger einstreifen, und andere gehen auch nicht leer aus. Dahinter steckt letzten Endes die Stadt Wien, denn unter der “Open”-Kategorie lesen wir als beispielweises Kriterium:

Innovative Konzepte, welche sich zum Ziel setzen die Stadt Wien mit Hilfe von Breitbandtechnologie ihren BürgerInnen näher zu bringen. Die Konzepte sollen die innovative Idee ausführlich darstellen.

Die Sachpreise sind nicht zu verachten, so sagen die CAV-Statuten u.a.:

  • Einreichungen können, mit Zustimmung von Infoscreen, österreichweit im Zeitraum Jänner 2010 bis inklusive Februar
    2010 auf den Infoscreens fallweise und unentgeltlich geschaltet werden. Der Gesamtwert dieser
    Kooperation beträgt 100.000 Euro.
  • Vom Partner Wien Holding GmbH wird ein innovativer Einreicher/ eine innovative Einreicherin mit der
    Weiterentwicklung oder Neukonzeption eines Games mit Wien Holding Bezug im Wert von 3.000 Euro
    unterstützt. Die GewinnerInnen erhalten direkten Kontakt mit Wien Holding, um die weiteren Schritte
    einer Zusammenarbeit zu vereinbaren.

Braucht’s Anregungen? Die finden sich auf YouTube und Vimeo zuhauf, z.B.:

Also, tut’s fleißig sein, ich fahr’ derweilen auf Urlaub. Bin gespannt auf die Ergebnisse.


Aug 05 2009

Seltsamer Slogan

Tag: AllgemeinesHeinz Duschanek @ 20:05

Slogan der Wiener AustriaWie liest man es neuerdings auf Plakaten der Wiener Austria:

Fußball hat mehr junge Österreicher. In Violett.

Und wie ich es drehe und wende, ich werde aus dem Satz nicht schlau. Was kann bloß gemeint sein:

  • “Fußball wollen mehr junge Österreicher.”
  • “Fußball mögen mehr junge Österreicher.”
  • “Beim Fußball sind mehr junge Österreicher.”
  • “Einen Fußball haben mehr junge Österreicher.”
  • “Fußball hat mehr! Junge Österreicher in Violett.”
  • “Fußball hat mehr junges Publikum”

Was wollten uns die Werbefuzzis bloß sagen? Ich sage nur:

Werbung hat mehr schlechte Sprache. Auch in Sport.

Oder kann mir jemand die Auflösung verraten? Nein, es gibt kein Nokia N97 zu gewinnen.


Aug 04 2009

Erstes Voltigieren

Tag: AllgemeinesHeinz Duschanek @ 22:06

Ich bin hin und weg. Heute habe ich meine Kinder zum ersten Voltigieren (Turnen auf dem Pferd) verschleppt, was aber gleichzeitig auch ihr erstes “echtes” Reiten auf einem Pferd war. Sie haben sich wirklich gut angestellt dabei, alle Achtung.

Passiert ist das Ganze im Reitstall bei der Höldrichsmühle in der Hinterbrühl, unter der fachkundigen und sehr liebevollen Anleitung von Irene. Vielen Dank dafür.