Archiv für den Monat: November 2007

Marketing für Dummies

Die Unterhaltungsindustrie macht es vor: allerorts werden wir mit Infos und Werbung über die Segnungen von Riesenfernsehgeräten überschüttet. Es muß unbedingt ein LCD-TV Gerät sein, nein, Plasma, nein, 32 Zoll, nein, doch 40 Zoll, 16:9, HD ready und was weiß ich alles. Dazu kommt, dass analoger Fernsehempfang nicht nur modisch out, sondern in Österreich auch technisch gar nicht mehr möglich ist. Stattdessen landen jetzt digitale Signale mittels DVB-T Box auf den Riesenschirmen.

Was ist der Effekt? Verpixelte kleine Figuren bei Fußballspielen, Riesenpixelblöcke bei Empfangsproblemen, verwischte Spuren bei schnellen Bewegungen kleiner Objekte. So schlecht war die Bildqualität bei analogem Empfang auf Röhrenschirmen schon lange nicht mehr. Aber dafür kostet die neue Chose auch nur ab ungefähr 1.000,- Euro.

Das nenne ich perfektes Die-Konsumenten-für-blöd-verkaufen-Marketing. Mehr Geld aus den Taschen der Leute für schlechtere Leistung ziehen, das ist Chuzpe.

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Antwort der Wiener Linien

Ich schulde hier noch die Antwort der Wr. Linien auf meine Mail, und das U-Bahn-fahrende Wien schuldet mir ewigen Dank. Denn ein Mitarbeiter hat mir schon wenige Tage später telefonisch mitgeteilt, dass 1. die Kinderstimme entfernt wird bzw. bereits wurde und 2. die Lautstärke auch wieder leisergestellt wird.

In der Tat kann ich das zwar noch nicht bei allen U-Bahn-Fahrten bemerken, aber das Gebrüll hat schon merklich abgenommen.

Soll ich sonst noch wo etwas bewirken? :-)

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Mail an die Wiener Linien

Sehr geehrte Wr. Linien,

schon seit Wochen oder Monaten nervt Ihr Durchsagen-Terror gewaltig, jetzt wird auch noch die Lautstärke der penetranten Durchsagen bis ans Maximum (?) angehoben. Schlimm genug, dass täglich eine obergescheite Kinderstimme auf die Nerven geht, dass wir Fahrgäste schon fast im Minutentakt belehrt und bevormundet werden (die Diktion der Texte erinnert an Orwells “1984”), es geschieht nun auch mit einer Lautstärke, die weit weg von gut und böse ist.

Jede Fahrt mit der Vorortelinie ist da eine echte Erholung. Die unaufdringliche Stimme von Chris Lohner bittet in einem normalen Satz, der sogar noch viel länger dauert als der unsympathische Kindersatz, in einer normalen Lautsärke darum, die Züge reinzuhalten. Absolut aushaltbar. In der U-Bahn wird uns dagegen in die Ohren gebrüllt, dass die Scheiben zittern (und zwar im buchstäblichen Sinn), dass sogar die Stimme verzerrt klingt, weil der Lautsprecher die enorme Lautstärke nicht mehr rein wiedergeben kann. Da wächst die Lust, sämtliche Zeitungen auf dem Boden zu verstreuen.

Die Wiener Linien sind das einzige Unternehmen, das ich kenne, das seine Kunden laufend belehrt und dabei auch noch anbrüllt. Es hat für mich mittlerweile schon das schlechteste Image aller österreichischen Unternehmen, meine Lust mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Wr. Linien zu fahren ist gleich Null. Seit einigen Tagen stecke ich mir vor jeder U-Bahn-Fahrt Ohropax in die Ohren, aber die senken leider nur um 30 dB ab, und das ist in diesem Fall (speziell U2 und U4) bei weitem zu wenig.

Bevor ich daher wieder regelmäßig mit mobilem MP3-Player und voller Lautstärke in den Kopfhörern in der U-Bahn fahre, mag ich mag Sie jetzt nicht mehr darum bitten, sondern fordere es (schließlich bin ich seit Jahren Jahresnetzkartenbesitzer): Sorgen Sie dafür, dass die Durchsagelautstärke erheblich abgesenkt wird und auch bleibt!

Seien Sie daran erinnert, dass in Ihren eigenen Beförderungsbedingungen im Punkt N. u.a. folgendes steht:

1. g) Den Fahrgästen ist verboten, in den Anlagen und Fahrzeugen zu lärmen, zu musizieren und lärmerzeugende
Geräte zu betreiben.
1. i) In den Anlagen und Fahrzeugen sind den Fahrgästen alle Handlungen und Tätigkeiten verboten, die andere
Personen belästigen [...] könnten.

Und was sagt Ihr Mission Statement? “Ein hohes Leistungsniveau, optimales Service, günstige Tarife und nicht zuletzt unser Bekenntnis zu sozialer und ökologischer Verantwortung sind dabei die Zutaten unseres Erfolgsrezeptes.”

Ich fühle mich durch Inhalt, Darbringung und Lautstärke Ihrer Durchsagen erheblich belästigt. Von sozialer Verantwortung kann ich nichts erkennen, wenn Sie Ihre Kunden als Feinde behandeln.

Diese Mail wurde eben an den Kundendienst der Wr. Linien (und CC an den Fahrgastbeirat) gesendet. Die Reaktion darauf hier.

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